
KANN ICH EIN UNTERNEHMEN GRÜNDEN UND GLEICHZEITIG MEINEN WUNSCH, MUTTER ZU WERDEN, VERWIRKLICHEN?
Oder andersherum: Kann ich als Mutter den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, mein Unternehmen aufbauen – und trotzdem die Mutter sein, die ich sein möchte?
Diese Fragen begegnen mir immer wieder – auch in meinen 1:1-Begleitungen.
Und ich frage mich dabei häufig:
Warum behandeln wir diese Wünsche noch immer so, als müsste eine Frau sich entscheiden?
Was passiert, wenn mein Kind krank ist? Wie bekomme ich alles unter einen Hut? Kann ich meinem Unternehmen UND meinen Kindern gerecht werden?
Meine Erfahrung ist: Es geht.
Aber nicht, indem wir versuchen, alles alleine zu schaffen.
Vereinbarkeit braucht gute Rahmenbedingungen
Für mich bedeutet Vereinbarkeit nicht, dass Familie und Beruf jeden Tag perfekt ausbalanciert sein müssen.
Es gibt Tage, an denen die Kinder mehr Raum brauchen. Und es gibt Phasen, in denen das Unternehmen mehr Aufmerksamkeit verlangt.
Entscheidend ist vielmehr, Rahmenbedingungen zu schaffen, die beides möglich machen.
Dazu gehören gute Strukturen, Flexibilität, Selbstführung und vor allem ein Netzwerk, das trägt: Familie, Partner oder Partnerin, Freund*innen, eine verlässliche Kinderbetreuung, Mitarbeiter*innen, denen wir Verantwortung übertragen können, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder hybride Lösungen.
Und etwas, das vielen leistungsorientierten Menschen gar nicht so leichtfällt:
Hilfe anzunehmen.
Denn Selbstständigkeit bedeutet nicht, alles selbst machen zu müssen.
Auch finanzielle Sicherheit gehört zur Planung
Ein Punkt, der dabei oft unterschätzt wird, ist die finanzielle Absicherung.
Gerade Frauen, die über Selbstständigkeit und Familienplanung gleichzeitig nachdenken, stellen sich verständlicherweise die Frage:
Wie viel finanziellen Spielraum brauche ich eigentlich?
Auch darauf gibt es keine pauschale Antwort.
Vielleicht ist es sinnvoll, zunächst ein finanzielles Polster aufzubauen und erst dann den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
Vielleicht besteht bereits ein Unternehmen und es geht vielmehr darum, Strukturen zu schaffen, damit sich die Unternehmerin Stück für Stück aus dem operativen Alltag zurückziehen kann.
Vielleicht ist ein schrittweiser Einstieg die passendere Lösung.
Oder es braucht zunächst eine Phase mit höherer finanzieller Sicherheit, bevor der nächste Entwicklungsschritt kommt.
Genau diese Fragen gehören für mich zu einer guten Begleitung dazu.
Nicht jede Frau startet unter denselben Voraussetzungen. Deshalb braucht es keine Standardlösung, sondern einen ehrlichen Blick auf die persönliche, familiäre und wirtschaftliche Situation.
Kinder sind nicht das Gegenteil von beruflicher Entwicklung
Meine Kinder sind für mich nicht nur etwas, das ich mit meinem Business „vereinbaren“ muss.
Ganz im Gegenteil.
Sie holen mich aus dem Tun heraus, bringen mich immer wieder zurück ins Hier und Jetzt, sorgen für Bewegung, gemeinsame Erlebnisse, Lachen und ganz viel Lebensfreude.
Und gleichzeitig erleben sie eine Mutter, die ihre Arbeit liebt.
Sie sehen, dass ich Ideen entwickle, etwas erschaffe, Verantwortung übernehme, ambitioniert bin und Freude daran habe, etwas zu bewegen.
Auch das ist für mich Vorbild sein.
Kinder dürfen erleben, dass Arbeit nicht nur Belastung bedeutet, sondern auch Freude, Entwicklung und Selbstverwirklichung sein kann.
Und vielleicht wachsen Kinder daran sogar selbst
Ich beobachte noch etwas anderes:
Wenn Alltag organisiert werden muss und nicht immer alles automatisch für die Kinder erledigt wird, entwickeln auch sie ein Stück mehr Selbstständigkeit.
Sie lernen, mitzuhelfen, Verantwortung für kleine Dinge zu übernehmen, sich selbst zu organisieren und zu verstehen, dass Familie ein gemeinsames System ist, in dem jede*r seinen Teil beitragen kann.
Natürlich immer altersgerecht.
Aber ich empfinde es durchaus als wertvoll, wenn Kinder nicht mit dem Gefühl aufwachsen, dass um sie herum immer alles erledigt wird.
Auch Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Organisation sind Kompetenzen, die sie für ihr späteres Leben brauchen.
Gute Vereinbarkeit ist auch gute Führung
Viele Herausforderungen zwischen Familie und Unternehmertum sind für mich deshalb nicht nur Organisationsthemen.
Sie sind auch Führungsthemen.
Kann ich Verantwortung abgeben?
Kann ich meinem Team vertrauen?
Habe ich klare Prozesse geschaffen?
Muss ich wirklich überall selbst eingreifen?
Und kann mein Unternehmen auch funktionieren, wenn ich einmal nicht verfügbar bin?
Ein Unternehmen sollte langfristig nicht ausschließlich davon abhängen, dass die Inhaberin überall gleichzeitig ist.
Gute Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und verlässliche Mitarbeiter*innen schaffen Stabilität.
Für das Unternehmen.
Aber genauso für das eigene Leben.
Heute sehe ich dieses Thema noch einmal anders
Heute kann ich diese Perspektive nicht nur als Unternehmerin und Mutter einbringen, sondern auch als alleinerziehende Mutter.
Und dadurch merke ich noch deutlicher, wie entscheidend gute Strukturen und ein tragfähiges Netzwerk sind.
Nicht alles funktioniert immer reibungslos. Und nicht jede Phase fühlt sich ausgewogen an.
Aber ich glaube sehr daran, dass wir unser Leben gestalten können.
Nicht indem wir ausschließlich darüber sprechen, warum etwas nicht geht.
Sondern indem wir fragen:
Welche Bedingungen brauchen wir, damit es gehen kann?
Genau darum geht es auch in meinen Begleitungen.
Nicht um ein vorgegebenes Lebensmodell.
Sondern darum, ein Modell zu entwickeln, das zur eigenen Persönlichkeit, zur Familie, zur finanziellen Situation, zu den eigenen Werten und Zielen passt.
Vielleicht lautet die entscheidende Frage deshalb gar nicht:
„Kinder oder Karriere?“
Sondern:
„Wie möchte ich mein Leben gestalten, damit beides zu mir passt?“
